Wollwesen
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Nilo Xenakis

Der stille Beobachter

Nilo bringt einen Stein aus Kreta mit – und eine Geschichte, die er lange niemandem erzählt hat.

Nilo Xenakis

Nilo Xenakis konnte nach Jahren einen Weg wiederfinden, selbst wenn ihm der Name dessen entfallen war, der ihn zum ersten Mal dorthin geführt hatte. Wer ihm das als Unaufmerksamkeit auslegte, ahnte selten, wie viel von jener Begegnung in ihm geblieben war: die ausgetretene Stufe vor einem Haus, der Geruch aus einem offenen Fenster, die Stelle, an der sein Begleiter langsamer geworden war. Nilo versuchte dann, von diesen Dingen zu erzählen, und bemerkte erst an der kühlen Antwort, dass sein Gegenüber etwas ganz anderes vermisste. Bei seinem Großvater hatte er sich nie auf diese Weise erklären müssen. Schlug er nach langer Zeit wieder einen ihrer vertrauten Wege ein, fragte dieser höchstens, ob sie heute wohl früher heimkämen, wobei beide schon wussten, dass Nilo unterwegs etwas entdecken und der Großvater sich Zeit dafür nehmen würde.

Nilo entdeckt eine vertraute ausgetretene Steinstufe auf einem Weg an der kretischen Küste.

Sie lebten an der Nordküste Kretas, nicht weit vom Kap Drapano, wo unter den hellen Felsen Höhlen lagen, deren Eingänge sich vom Land aus kaum erkennen ließen. Sobald das Meer ruhig genug war, nahm der Großvater Nilo in seinem kleinen Boot mit und ruderte dicht an der Küste entlang. Obwohl Nilo nicht gern schwamm, liebte er diese Fahrten; vorn im Boot sitzend, entdeckte er zwischen den Felsen immer etwas, das ihm beim letzten Mal entgangen war. Zu Hause wurde der Großvater oft gerufen und gebraucht, kaum dass Nilo begonnen hatte, ihm eine Frage zu stellen. Hier draußen dagegen konnte ein Gespräch so lange dauern, wie es eben brauchte. Selbst wenn der Großvater eine Weile schwieg, musste Nilo nicht fürchten, dass jemand dazwischenkam und das Gespräch abbrach.

Am liebsten fuhren sie zu einer Höhle, hinter deren niedrigem Eingang sich der Fels zu einem weiten, halbdunklen Raum öffnete. Das Wasser warf sein Licht an die Wände, und die Geräusche kamen von so vielen Seiten, dass Nilo ihnen noch nachlauschte, wenn sie längst wieder auf dem Heimweg waren. Einmal spürte er durch das Holz des Bootes eine leichte Erschütterung; er stellte die Füße fester auf den Boden und wartete gespannt auf ihre Wiederkehr. „Unter uns ist noch etwas“, sagte er schließlich. Als sein Großvater „Fels“ antwortete, suchte Nilo vergebens nach Worten für das, was ihn beschäftigte. Dass unter ihnen Fels lag, wusste er selbst, doch damit war noch nicht beschrieben, wie sich die Bewegung des Wassers durch das Holz bis zu ihm fortsetzte. Auf der Rückfahrt bat er darum, am nächsten Tag wiederzukommen. Der Großvater hörte ihm zu, bevor er sagte: „Das Meer bestimmt, wann wir hinausfahren.“

Nilo lauscht im Boot in einer Meereshöhle auf Kreta.

Mit diesem Bescheid konnte Nilo sich nur schwer abfinden, denn an Land durfte er einen Stein wenden, eine Ritze untersuchen und denselben Weg so oft gehen, bis seine Neugier gestillt war. Auf dem Wasser aber entschied der Großvater über die Umkehr, manchmal gerade dann, wenn Nilo endlich etwas zu begreifen glaubte. Er wusste wohl, wie gern der Großvater ihn bei sich hatte, und empfand dessen Vorsicht dennoch als Härte: Weshalb beendete er ausgerechnet die Stunden, in denen sie einander so nahe waren? Dass der Großvater ihn ebenso gern wieder wohlbehalten nach Hause brachte, trat hinter dieser Enttäuschung zurück. Nilo wurde auf dem Heimweg einsilbig, worauf der Großvater ihn weder bedrängte noch zu beschwichtigen versuchte. Erst beim Anlegen fragte er, ob Nilo ihm helfen wolle, und diese Frage beantwortete Nilo immer bereitwillig.

Vor der Küste lag eine kleine Insel, die in den Erzählungen der Leute weit gefährlicher erschien, als ihr Anblick von der kretischen Küste aus vermuten ließ. Manche nannten sie die Schlangeninsel, und als Nilos Tante ihm verbot, allein hinüberzufahren, fragte er so beharrlich nach den Schlangen, bis sie ärgerlich wurde. Sie konnte ihm niemanden nennen, der dort tatsächlich eine gesehen hatte; Nilo nahm ihr übel, dass er trotzdem gehorchen sollte, und dachte nun umso häufiger an die Insel. Einige Wochen später lag das Meer an einem Morgen fast reglos da. Der Großvater hatte im Dorf zu tun, und während Nilo zum Boot hinunterging, redete er sich ein, dass er eine so kurze Fahrt längst allein unternehmen könne. Eine Nachricht hinterließ er nicht, weil er vor dem Großvater wieder da sein wollte. Sobald er von der Küste abstieß, beschäftigte ihn nur noch, was ihn drüben erwartete.

Auf der Insel fand er trockenes Gras zwischen niedrigen Sträuchern und eine Aussicht auf die vertraute Küste, deren Häuser im blauen Dunst kaum voneinander zu unterscheiden waren. Schlangen sah er keine, und schon begann er sich auf den Bericht zu freuen, mit dem er die Geschichten der anderen berichtigen würde, als ihm nahe am Wasser ein dunkler Stein auffiel. Über dessen glatte Oberfläche zog sich eine helle, gebogene Linie, die er lange betrachtete, ehe er den Fund einsteckte. Diesen Stein wollte er seinem Großvater zeigen. Auf der Rückfahrt legte er sich bereits zurecht, was er ihm erzählen würde, denn obwohl der Großvater die Insel gewiss kannte, würde er nachfragen und sich auch die Aussicht noch einmal beschreiben lassen. Erst als Nilo ihn unten am Ufer stehen sah, wich die Vorfreude einer Beklommenheit, die mit dem ruhigen Meer nichts zu tun hatte.

Nilo entdeckt auf der Schlangeninsel einen dunklen Stein mit einer hellen Linie.

Der Großvater half ihm beim Anlegen und fragte, ob er verletzt sei. Nilo verneinte rasch, in der Hoffnung, nun werde auch die Sorge vorüber sein, doch der Großvater blieb so still, dass er sich nach einem gewöhnlichen Vorwurf zu sehnen begann. Schließlich zog Nilo den Stein hervor und setzte zu seiner Erzählung an. „Es war nichts dort“, sagte er. „Jedenfalls keine Schlange.“ Darauf antwortete der Großvater nur: „Ich habe dich gesucht.“ Schon wollte Nilo auf das ruhige Wasser verweisen, als ihm aufging, dass der Großvater es selbst gesehen hatte. Er war früher heimgekommen, hatte das leere Haus und den verlassenen Liegeplatz vorgefunden und nicht einmal gewusst, in welcher Richtung Nilo fortgefahren war. Während Nilo sich auf seine Fragen gefreut hatte, war der Großvater am Ufer unterwegs gewesen und hatte nach ihm Ausschau gehalten. Der Stein, den Nilo ihm noch immer entgegenhielt, erschien ihm plötzlich unpassend.

Zu Hause legte Nilo den Fund in eine Schublade, aus der er ihn lange nicht mehr hervorholen sollte. Am Nachmittag suchte er den Großvater auf, um sich zu entschuldigen, hörte sich jedoch zuerst sagen, dass er rechtzeitig zurückgekommen sei. Es war dieselbe Ausrede, mit der er sich schon vor der Abfahrt beruhigt hatte, und sie half ihm auch jetzt nicht weiter. Der Großvater versuchte weder, ihn nachträglich von Schlangen zu überzeugen, noch zählte er ihm die Gefahren des Meeres auf. „Ich wusste nicht, wo du warst“, sagte er, so müde, dass Nilo endlich schwieg. Sie blieben lange beieinander, ehe er von seiner Hoffnung erzählen konnte, der Großvater werde sich über den Ausflug und den mitgebrachten Stein freuen. Dieser antwortete, er freue sich, dass Nilo wieder da sei. Nilo hätte gern noch etwas gehört, das ihnen die frühere Unbefangenheit zurückgab, doch an diesem Tag fand keiner von beiden solche Worte.

Als der Großvater ihn einige Tage später wieder zum Boot rief, hatte Nilo noch nicht gewagt, um eine gemeinsame Fahrt zu bitten. Mit seiner roten Mütze, die er selbst an warmen Tagen ungern ablegte, nahm er den vertrauten Platz ein und war zunächst dankbar, dass sie über das Wetter und das Boot sprechen konnten. Erst draußen auf dem Wasser fragte der Großvater, was er ihm damals von der Insel hatte zeigen wollen. Nilo beschrieb den dunklen Stein und die helle Linie, worauf der Großvater meinte, er habe offenbar doch eine Schlange gefunden. „Oder einen Weg“, sagte Nilo, und zum ersten Mal seit seiner Rückkehr fiel es ihm wieder leicht, weiterzuerzählen. Als der Großvater nach der Insel fragte, ließ er auch jenen kurzen Augenblick nicht aus, in dem er drüben zur Küste hinübergeschaut und sich überraschend allein gefühlt hatte.

Nilo erzählt auf der Heimfahrt von seinem Ausflug zur Insel.

In den folgenden Jahren blieb das Boot ihr vertrautester Ort, auch wenn Nilo allmählich mehr von der Arbeit übernahm. Anfangs ruderte er nur kurze Strecken, später die ganze Fahrt, während der Großvater sich früher ausruhen musste und dennoch jeden Ausflug mit ihm genießen wollte. Nilo lernte, auf eine Müdigkeit zu achten, die sein Großvater ungern eingestand. Eines Nachmittags kamen sie nahe an jene Höhle heran, deren Geräusche Nilo seit seiner Kindheit beschäftigten; das Wasser war ruhig, und durch den niedrigen Eingang hätten sie mühelos hineinfahren können. Doch der Großvater saß schon länger ungewöhnlich still im Boot. Nilo wendete, ohne ihn erst zu fragen, ob er noch weiterwolle, und auf dem Heimweg begann der Großvater von einer ihrer früheren Fahrten zu erzählen. Nilo kannte die Geschichte, hörte sie aber so gern, dass er ihm keine Einzelheit vorwegnahm. Später konnte er sich an jedes Wort dieses Nachmittags erinnern.

Nach dem Tod seines Großvaters ging Nilo oft ans Ufer und blickte zu den Orten hinüber, an denen sie miteinander gewesen waren. An der Höhle hatte sich nichts verändert, auch die Insel lag noch wie früher vor der Küste, doch es genügte nun nicht mehr, einen vertrauten Weg wiederzufinden. Nilo vermisste die Fragen, die ihm draußen im Boot gestellt worden waren, und sogar die Ruhe, mit der sein Großvater auf der Heimfahrt sein ungeduldiges Schweigen ertragen hatte. In den Schubladen sammelten sich unterdessen kleine Fundstücke, die er von seinen Wegen mitbrachte: ein abgeriebener Knopf, eine Muschel mit einem Loch, ein Schlüssel, zu dem niemand mehr ein Schloss wusste. Er hob sie auf, weil er ungern etwas liegenließ, dessen Geschichte verloren schien; manches gab er später wieder fort, während anderes beinahe unbemerkt von einem Zimmer ins nächste mitwanderte.

Nilo sitzt still am Ufer und blickt zu den Meereshöhlen, die ihn an seinen Großvater erinnern.

Als Nilo sich schließlich entschloss, Kreta zu verlassen, fand er beim Packen zwischen diesen Dingen den Stein von der Insel. Er hatte ihn über all die Jahre behalten, ohne daran zu denken, und steckte ihn nun zu den wenigen Sachen, die ihn begleiten sollten. Bisher hatte seine Neugier vor allem der heimischen Küste gegolten; jetzt wollte er erfahren, wie es anderswo war, und gewöhnte sich nach und nach an fremde Zimmer und unvertraute Wege. Mit seiner roten Mütze und der orangefarbenen Hose blieb er anderen leicht im Gedächtnis, selbst wenn ihm ihre Namen schon wieder entfallen waren. Manchmal hielt ihn ein Gespräch länger an einem Ort fest, manchmal ein Weg, den er noch nicht zu Ende gegangen war. Vom Großvater erzählte er dennoch selten, denn er scheute den Augenblick, in dem ein freundlicher Zuhörer ungeduldig werden könnte, während er selbst noch mitten in einer Erinnerung war.

Nilo nimmt beim Aufbruch aus Kreta seinen Stein mit.

So kam Nilo an einem klaren Herbsttag nach Kärnten, müde von der Reise und mit dem Vorsatz, sich eine Unterkunft zu suchen und danach Imaneona Welser zu besuchen. Ein Felsen am Weg erinnerte ihn jedoch so unvermittelt an die Küste seiner Kindheit, dass er nähertrat und darüber beinahe seine Suche nach einer Unterkunft vergaß. Weiter oben lag eine Burg, in deren Nähe er einen alten Brunnen entdeckte. Die Landschaft war ihm fremd, doch als er einen Fuß gegen die steinerne Einfassung setzte, spürte er eine schwache Erschütterung, die eine längst vertraute Empfindung in ihm weckte. Er klopfte vorsichtig gegen den Stein und lauschte dem dumpfen Ton. Während das Geräusch verklang, erinnerte er sich so deutlich an den Boden des kleinen Bootes unter seinen Füßen, dass ihm für einen Augenblick war, als müsse sein Großvater gleich eine Frage stellen.

Als Imaneona ihn beim Namen rief, erkannte Nilo ihre Stimme sofort. Sie war an den Brunnen gekommen und freute sich, ihn wiederzusehen. Imaneona hatte ihn gehäkelt und ihm seinen Namen gegeben, wie sie alle Wollwesen erschaffen hatte; bei ihr musste er sich nicht erst erklären, um willkommen zu sein. Nach der Begrüßung wollte sie wissen, was ihn so sehr am Brunnen beschäftige. Nilo erzählte ihr von dem Geräusch, das ihn an einen Ort auf Kreta erinnerte, verschwieg aber zunächst, weshalb ihm diese Erinnerung naheging. Über den Großvater zu sprechen fiel ihm auch bei ihr schwer. Imaneona lauschte mit ihm, ehe sie ihm eine schmale Öffnung unter dem Brunnenrand zeigte: Dort fiel das Wasser in ein tiefer liegendes Becken, dessen Hohlraum den Klang verstärkte. Nilo beugte sich interessiert vor. Die Erklärung nahm ihm nichts von seiner Erinnerung; sie zeigte ihm lediglich, woher der Ton kam, dem sie beide zuhörten.

Während sie noch am Brunnen standen, zog Nilo den Stein aus der Tasche und reichte ihn Imaneona. Die helle Linie, meinte sie, sehe wie eine Schlange aus; als sie den Fund ein wenig drehte, fügte sie hinzu: „Oder wie ein Weg.“ Nilo lächelte und wollte ihr eben erklären, weshalb ihm diese Worte so vertraut waren, als sie fragte, ob er schon gegessen habe. Er hatte gerade den Mut gefunden, ihr von seinem Großvater zu erzählen, und empfand die Unterbrechung deshalb als Zurückweisung. Mit einer Kürze, die Imaneona überraschte, lehnte er das Angebot ab. „Ich wollte dir etwas anbieten“, sagte sie. „Du musst es nicht annehmen.“ Nun schämte Nilo sich seiner schroffen Antwort. Imaneona konnte nicht wissen, was er ihr gerade hatte anvertrauen wollen; er selbst hatte bisher nur vom Klang des Wassers gesprochen. Sie kannte ihn gut, doch er hatte erwartet, dass sie auch sein Schweigen verstand. Nach einem verlegenen Schweigen gab er zu, dass er Hunger habe, und nahm die Einladung an.

Nilo zeigt Imaneona am Brunnen seinen Stein.

Beim Essen fragte Imaneona nach seiner Reise, und Nilo begann von Kreta zu erzählen, anfangs noch zurückhaltend, dann mit jener Genauigkeit, die ihm vertraute Orte wieder nahebrachte. Er beschrieb die hellen Felsen, den niedrigen Höhleneingang und das kleine Boot, wobei er den Großvater zunächst nur beiläufig erwähnte. Als Imaneona wissen wollte, ob sie oft gemeinsam hinausgefahren seien, erzählte er zunächst von ihren gemeinsamen Fahrten und schließlich von seinem heimlichen Ausflug zur Insel und jenem Tag am Ufer, von dem er seit Jahren niemandem berichtet hatte. Noch immer wusste er, wie sehr er sich damals auf die Heimkehr gefreut und wie wenig er von der Angst begriffen hatte, die ihn dort erwartete. Beim Erzählen versagte ihm für einen Augenblick die Stimme. Imaneona ließ ihm Zeit, bis er fortfahren konnte, und fragte dann nach dem Großvater, ohne den schmerzlichen Teil der Erinnerung rasch hinter sich bringen zu wollen.

Nilo hatte sich oft gefragt, ob sein Großvater je gewusst hatte, wie viel ihm die gemeinsamen Stunden bedeuteten. Als er es nun aussprach, versuchte Imaneona nicht, ihm diese Sorge mit einer tröstlichen Versicherung auszureden; sie wollte wissen, ob sie nach dem Streit wieder miteinander gefahren seien. Nilo erzählte von den späteren Ausflügen, vom Rudern und davon, wie gern der Großvater noch mitgekommen war, auch als seine Kräfte nachließen. Dabei fiel ihm jener Nachmittag vor der Höhle ein, an den er lange vor allem wegen der Müdigkeit seines Großvaters gedacht hatte. Jetzt erinnerte er sich an dessen Stimme auf dem Heimweg und an die Freude, mit der er seine alte Geschichte erzählt hatte. Sie hatten darüber gelacht, obwohl Nilo sie längst kannte. Er begann, Imaneona jene Geschichte zu erzählen, über die sie damals gelacht hatten, und bemerkte mitten im Erzählen, dass er selbst lächelte.

Erst als es später wurde, kamen sie auf die Unterkunft zu sprechen, die Nilo ursprünglich hatte suchen wollen. Imaneona erklärte ihm den Weg und lud ihn ein, am nächsten Tag wiederzukommen; er sagte zu, ohne erst nach einem Anlass zu suchen, der einen weiteren Besuch rechtfertigen könnte. Den Stein nahm er wieder an sich, während er seinen Koffer beinahe vergaß. An der Tür sagte er, dass er ihr morgen gern vom Großvater erzählen würde. „Das hast du doch schon“, antwortete Imaneona lächelnd, und Nilo überlegte, wie er ihr den Unterschied erklären sollte. Er hatte von der Angst am Ufer gesprochen und von seinem schlechten Gewissen, doch da waren noch all die Fahrten, die Fragen und die Nachmittage, an denen sie beide gewusst hatten, dass sie wieder zu spät heimkommen würden. „Von den schönen Tagen“, sagte er schließlich. Imaneona bat ihn, morgen zum Tee zu kommen.

Imaneona hört Nilo zu, als er von seinem Großvater erzählt.

Ende